Roulette in der Luft: Flugzeugcasinos

Quelle: Airways Magazine

Heben wir das Casinospielen auf das nächste Level. Heben wir es in luftige Höhe! Im Flugzeugcasino beim Roulette auf die richtige Zahl zu setzen, ist ein exzeptionelles Vergnügen. Ermöglicht haben es unter anderem zwei Designer: Jean-Pierre Alfano von AirJet Designs und Frédérique Houssard in seiner Funktion als Gründer von Designescence. Sie haben sich zusammengetan, um eine Casinolounge in einem Flugzeug zu erschaffen. Es ist ein Ort des Luxus und der Träume über den Wolken.

Zurück in goldene Zeiten

Die Designer Alfano und Houssard haben sich beim Entwurf der Flugzeugcasinos an den goldenen, mondänen 50er- und 60er Jahre orientiert. Sie hatten James-Bond-Filme im Kopf, in denen die Spieltische Treffpunkt elegant gekleideter Menschen sind. Die beiden Designer hoffen, dass das Flugzeugcasino irgendwann Standard auf ausgewählten kommerziellen Flügen sein wird. Noch ist dem allerdings nicht so. Es bleibt abzuwarten, wann die goldenen Zeiten in unterschiedlichen Flugzeuglinien Einzug halten.

Keine ganz neue Idee

Für manchen mag die Idee eines Casinos im Flugzeug revolutionär erscheinen. Dies liegt daran, dass sie nicht weit verbreitet und praktiziert wird. Jedoch täuscht der Eindruck des Neuen. Die Idee ist eigentlich gar nicht so aktuell, denn diesen Einfall hatten vor Alfano und Houssard bereits andere. Schon 1981 schickte die renommierte Flugzeuglinie Singapore Airlines eine Maschine in die Luft, die ein Casino an Bord hatte. Es war allerdings kein Casino à la James Bond, sondern es war mit extrem leichten Spielautomaten ausgestattet. Das Flugzeug pendelte für zwei Monate zwischen Singapur und San Francisco. Singapore Airlines gab nach den acht Wochen zu, dass das Experiment eine betriebliche Herausforderung war. Schließlich wurde der Betrieb eingestellt.

Auch die Schweizer mischten mit 

In den 1990er Jahren hat Swissair eine Spielesoftware auf den Flügen installiert. Sie erlaubte den Passagieren, bis zu 350 US-Dollar auf ausgewählte Casinoklassiker wie Poker, Blackjack oder Keno zu setzen. Es sah anfangs so aus, als würden andere Luftfahrtgesellschaften diesem Konzept folgen, doch dieser Vorsatz stoppte abrupt. 1998 stürzte ein Flugzeug von Swissair ab. Experten für Flugzeugunglücke fanden heraus, dass der Grund für dieses Unglück in dem Unterhaltungsprogramm an Bord lag. Der Schock in der Luftfahrtindustrie saß tief. Der Gedanke des Air-Casinos wurde auf Eis gelegt.

Neues Jahrtausend, neue Ideen

Anfang des neuen Jahrtausends kam der Gedanke an ein Casino an Bord eines Flugzeugs erneut auf. Der Magnat Richard Branson von Virgin Atlantic Airways gab 2005 schließlich bekannt, dass er eine Handvoll Flugzeuge des Typs A380 mit Doppelbetten und einem Casino ausstatten würde. Gegenüber der renommierten Zeitung The New York Times scherzte er beherzt: „Sie haben immer zwei Möglichkeiten, auf einem Flug mit Virgin glücklich zu werden.“ Das Vorhaben wurde nie umgesetzt. Jahre später offenbarte ein Sprecher des Unternehmens, dass das Flugzeugcasino nur eine Idee von vielen gewesen wäre. Neben Virgin verkündete auch Ryanair 2004, Glücksspiel auf den Flügen anzubieten. Es würde Teil des Unterhaltungsprogramms an Bord werden. Doch bisher hat sich diesbezüglich nicht viel getan. Der Preis für die benötigte Internetverbindung wäre noch zu hoch.

Barrieren des Casinos über den Wolken

Zweifelsohne geht ein Flugzeugcasino mit hohen Anfangsinvestitionen einher. Doch dies ist nicht der einzige Grund, warum die Fluggesellschaften vor einer Implementierung zurückschrecken. Ein weiterer Grund ist das WLAN-Angebot an Bord. Immer mehr Airlines ermöglichen es, sich ins Internet einzuloggen. Die Nutzer benötigen somit kein Casino an Bord mehr, sondern können ein Online-Casino im Internet aufrufen. Ein Mittel dagegen wäre, den Passagier gezielt auf das Casino der Fluggesellschaft zu lenken. Houssard und Alfano haben hinsichtlich dieses Aspekts ihre eigene Meinung. Sie sehen im Flugzeugcasino einen Ort, an dem sich Menschen treffen und ins Gespräch kommen. Es wäre darum eine Bereicherung zum gewöhnlichen Schlafen, Essen und Trinken auf den Flügen.

Platz kann ein kritischer Faktor sein

Das Casinokonzept von Houssard und Alfano benötigt Platz. Viele Fluglinien wollen diesen Platz nicht für ein Casino hergeben. Immerhin ließen sich dort Sitze installieren, die solide Einnahmen generieren würden. Doch die Designer halten dagegen. Sie sind der Meinung, dass ihr Designkonzept in keinem Konflikt mit dem Platzangebot an Bord steht. So hätten gerade sehr große Flugzeuge für das Bordpersonal Ruhebereiche und Toiletten im Ladebereich unten in der Maschine. Dieser Bereich ließe sich umbauen, um einen geselligen Platz für die Passagiere zu schaffen. Mit Einnahmeverlusten würde das Flugzeugcasino daher nicht einhergehen. Wenn der Platzbedarf also kein Problem darstellt, welcher Herausforderung müssen sich die Fluggesellschaft dann stellen? Es ist das Gesetz. 1994 ist das Glücksspiel im US-amerikanischen Luftraum verboten worden. Doch dieses Gesetz könnte kippen. Immerhin war auch einst das Glücksspiel im Internet verboten und jetzt sind Online-Casinos legal sowie offiziell anerkannt. Wieso sollte das Flugzeugcasino nicht auch bald erlaubt sein?

Die Besten Online-Casinos Deutschlands Wählen Relic Seekers: Die Neuheit von Microgaming