Das Ende der Musikindustrie, wie wir sie kannten

Music Industry In Modern Times
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Das Internet hat alles verändert: die Art, wie wir uns informieren, einkaufen, miteinander kommunizieren und vieles mehr. Dass die neue Welt auch ihre Herausforderungen hat, bekam (nicht nur) die Musikindustrie zu spüren. Seit den Neunzigerjahren kämpft sie mit immer neuen Herausforderungen, auf die sie im Rückblick nicht immer ideal reagiert hat. Ein Blick auf Krisen und den Überlebenskampf in einer sich ständig wandelnden Welt, den Online Casinos in der Form nie erlebt haben.

Vom Sprung in den Untergang

Als in den Achtzigerjahren die Langspielplatte schrittweise von der CD abgelöst wurde, war dies mehr als nur ein Wechsel des Trägermediums. Die Musikindustrie hatte den Schritt zur Digitalisierung vollzogen. Zu diesem Zeitpunkt war den Plattenfirmen noch nicht klar, dass sie die Büchse der Pandora geöffnet hatten. Stattdessen erfreuten sie sich gewaltiger Umsätze: Wer etwas auf sich hielt, kaufte CDs, um sie dann dem staunenden Freundeskreis vorzuführen. Da das neue Medium so beliebt war, wurden nicht nur neue Veröffentlichungen gekauft. Stattdessen konnte die Musikindustrie ihren gesamten Katalog an alten Alben nochmal verkaufen. Legendäre Scheiben der Beatles und Rolling Stones wurden ebenso erneut verkauft wie die Alben von Jimi Hendrix, Led Zeppelin oder Eric Clapton. Die Umsätze gingen durch die Decke. Es war der Vorabend einer Krise, die alles verändern sollte.

Die Neunziger: Piraterie und der Kampf gegen die Fans

Im Gegensatz zu Langspielplatten wird Musik auf CDs in Form digitaler Daten gespeichert. Diese lassen sich mit jedem handelsüblichen Computer verlustfrei kopieren. Da CD-Rohlinge billig sind, dauerte es nicht lange, bis ein deutlicher Umsatzrückgang eintrat. Wer eine CD kaufte, kopierte sie oft für den gesamten Freundeskreis, der dann keinen Grund mehr hatte, sie zu kaufen.

Noch drastischer wurde es mit dem Aufkommen des MP3-Formats. Dieses erlaubte es, digitale Musikdateien auf einen Bruchteil des Speicherbedarfs zu komprimieren und anschließend über das Internet zu verschicken. Schon bald gab es die ersten Tauschbörsen im Internet. Die Plattenfirmen reagierten und überzogen Webseiten wie Napster oder mp3.com mit Strafanzeigen. Das Problem: Da es sich um komplett neue Strukturen handelte, lag oft noch keine ausreichende Rechtsprechung vor. Es endete damit, dass Plattenfirmen (und nicht selten berühmte Künstler) die Fans kriminalisierten. Diese reagierten mit Unverständnis und Wut. Wie konnten ausgerechnet jene, die „Künstler ausbluten ließen“ ihnen vorwerfen, den Musikern zu schaden? Die US-Rockband Metallica, die sich heftig gegen Napster und Co. äußerte, wurde von den Fans stark kritisiert: Wie konnten Rockstars, die Multimillionäre waren, jene Fans anprangern, die sie reich gemacht hatten? Wütende Musiker und Plattenfirmen hier, enttäuschte Fans dort. Und das Kopieren ging munter weiter.

Music streaming
Quelle: IDG.TV

Der iTunes Music Store

Es war der Apple-Gründer Steve Jobs, der der Musikindustrie einen (vorübergehenden) Ausweg bot: Apples MP3-Player iPod wurde zum Kassenschlager. Die dazugehörige Musik gab es im iTunes Music Store zu kaufen. Die Musikpiraterie ging deutlich zurück und schließlich erklärten sich auch resistente Plattenfirmen dazu bereit, ihren Katalog für Apples Musikladen freizugeben. Leider hielt die glückliche neue Welt nicht lange. Sie endete mit dem Auftritt von Streamingseiten wie Spotify und Deezer.

Streaming statt kaufen

Bei einer Streamingseite wird die Musik nicht gekauft. Stattdessen können die Musikhörer ihre Lieblingsmusik online anhören. Künstler und Plattenfirmen erhalten einen Teil der Einnahmen. Diese stammen aus Abo-Modellen oder Werbeeinnahmen. Manche argumentierten, dass es den Umsatz steigern würde: Wenn es Geld gab, sobald ein Fan sein Lieblingsalbum anhörte, würde dies auf Dauer mehr Umsatz bringen, als nur einmal beim Kauf zu verdienen. Im Rückblick war diese Überlegung falsch. Zwar haben Seiten wie Spotify oder Deezer den illegalen Download endgültig zur Bedeutungslosigkeit verdammt, die Umsätze der alten Tage sind jedoch nicht zurückgekehrt. Stattdessen sind nun auch die legalen Musikkäufe im Internet zur Unkenntlichkeit geschrumpft. Nebenbei: Auch Apple hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet mit Apple Musik nun einen eigenen Streaming-Service an.

Zurück in die Gegenwart

Die Musikindustrie, wie sie viele noch sehen, existiert nicht mehr. Die Hoffnung, über Tonträgerverkäufe reich zu werden, gehört der Vergangenheit an. Entgegen aller Befürchtungen müssen Musiker aber nicht am Hungertuch nagen. Das Publikum ist nach wie vor bereit, Geld für ihre Lieblingskünstler auszugeben – in Form von Konzerttickets, Merchandising-Artikeln und vielem mehr. So verdienen erfolgreiche Künstler heute ihr Geld mit Live-Auftritten und dem Verkauf von Fanartikeln. Ein Hit bringt keine Millionen mehr in die Kasse, sorgt aber für ausverkaufte Konzerthallen. Die Musikindustrie ist vom reinen Plattenverkäufer zum Multiverkäufer geworden, dessen Einnahmen sich nur anders zusammensetzen, aber nach wie vor da sind. Wie es aussieht, ist die Krise überstanden. Es bleibt zu hoffen, dass die künftigen Verantwortlichen daraus lernen, anstatt sie zu wiederholen.

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