Weniger Plastikmüll dank Recycling

Müllcontainer
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Die Verschmutzung der Umwelt ist eines der drückendsten Probleme der Menschheit. Wenn sie dieser nicht so schnell wie möglich Herr wird, kann dies zu ernsten Konsequenzen führen. Vor allem Plastik macht der Welt schwer zu schaffen. Um dessen Nutzung und damit auch die Herstellung einzudämmen, haben die Regierungen verschiedener Länder mehr oder weniger weitreichende Programme zum Recycling ins Leben gerufen.

Die USA recyceln

Die US-Amerikaner gelten nicht unbedingt als die größten Anhänger der Mülltrennung. Deshalb ist es durchaus bemerkenswert, dass das Casino „Silver Sevens“ in Las Vegas im Jahr 2017 ein Recycling-Programm startete. Mitarbeiter eines Abfallentsorgungsunternehmens, das vom Casino engagiert wurde, sammeln auf dessen Grundstück Müll ein und werfen ihn in die dafür vorgesehenen Container. Die sind für Glas, Plastik, Blech und Aluminium sowie Papier gedacht. Anschließend werden die Rohstoffe an andere Unternehmen verkauft, die sie wiederverwerten. Somit erhält das Casino sogar einen Profit aus dem Müll seiner Kunden. Noch umweltbewusster wäre man nur, wenn man in den eigenen vier Wänden Online Roulette spielten und gar keinen Müll verursachen würde.

Aber auch andere US-amerikanische Firmen sorgen für Lösungen für die zunehmende Umweltverschmutzung. So betreibt das Unternehmen Eco ATM Automaten, in die Passanten ihre alten Handys einwerfen können. Das Gerät verfügt über Sensoren und Kameras, die den Zustand des Telefons bestimmen, und macht dem Passanten auf Basis dessen einen Preisvorschlag. Nimmt dieser an, dann erhält er einen Gutschein über den angegebenen Betrag, den er in verschiedenen Läden einlösen kann. Das Handy wird von Eco ATM entweder repariert und weiterverkauft oder ordnungsgemäß entsorgt. Der Hintergrund ist, dass die US-Amerikaner Millionen von alten Mobiltelefonen besitzen, die wenigsten von ihnen aber zum Recycling gebracht werden. Der Automat ist eine bequeme Möglichkeit, sein ausgedientes Handy loszuwerden und dafür zu sorgen, dass giftige Stoffe wie Blei, Kadmium und Quecksilber auf gefahrlose Weise entsorgt werden.

Die besten und die schlechtesten Recycler

Vielleicht wegen „Silver Sevens“, Eco ATM und anderen Firmen gehören die USA nicht zu den Ländern, die sich am wenigsten ums Recycling kümmern. Der Staat innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der die schlechteste Mülltrennung betreibt, ist Chile, gefolgt von der Türkei. In beiden Ländern wird nur etwa ein Prozent des Hausmülls dem Recycling zugeführt, die restlichen 99 Prozent landen einfach auf der Deponie. Ähnlich unbedacht gehen auch die Mexikaner, die Slowenen und die Israelis mit dem Thema Recycling um. Am anderen Ende der Skala befindet sich Deutschland, das in Sachen Müllentsorgung vorbildlich agiert. Rund 65 Prozent des Mülls, der im Haushalt anfällt, wird in die entsprechende Tonne für Papier, Plastik, Glas oder Biomüll geworfen. Einen großen Anteil an dieser bemerkenswerten Quote hat der Grüne Punkt, der bereits 1991 eingeführt wurde und mit dem verwertbare Verpackungen markiert sind. Auf dem zweiten Platz in der Liste der besten Recycler liegt Südkorea, dahinter vervollständigen Slowenien, Österreich und Belgien die Top 5.

Umweltverschmutzung
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Strafen für Plastiktüten

Ein Land, das sich gerade konsequent seines Problems mit dem Plastikmüll entledigen will, ist Kenia. Dort waren Plastiktüten bislang ein häufig genutzter Alltagsgegenstand. Die 48 Millionen Menschen des Landes verbrauchten jährlich rund 100 Millionen Tüten, die sie nach der Nutzung meist in der Natur entsorgten. Deshalb hat die kenianische Regierung ein Gesetz verabschiedet, das die Verwendung von Plastiktüten komplett verbietet. Wer dennoch eine bei sich hat, muss entweder eine Strafe von bis zu 32.500 Euro zahlen oder bis zu vier Jahre ins Gefängnis. Im Nachbarland Ruanda werden schon seit 2008 alle Personen bestraft, die Plastiktüten besitzen. Zwar sind die Höchststrafen mit 100 Euro oder zwölf Monaten Gefängnis deutlich geringer als in Kenia. Dennoch gilt Ruanda heute als das sauberste Land Afrikas. Zahlreiche andere Staaten haben das Ziel, die Nutzung von Plastiktüten zu verringern, tun dies allerdings durch eine Steuer. In Großbritannien zum Beispiel müssen Kunden rund sechs Cent mehr bezahlen, wenn sie zu ihren Waren eine Plastiktüte haben wollen. Auch wenn der Betrag verhältnismäßig klein ist, zeigt er Wirkung: Die Verwendung von Plastiktüten hat sich seit Einführung der Steuer um etwa 80 Prozent.

Ambitionierte Ziele

Auch Japan strebt eine Verringerung seines täglichen Müllbergs an. Schon 2008 hat die Regierung beschlossen, die Menge des Abfalls um 60 Prozent zu verkleinern. In einer groß angelegten Informationskampagne wurden den Bürgern des Landes zahlreiche Tipps gegeben, wie sie weniger Müll produzieren. So sollen sie weitestgehend auf Plastiktüten verzichten und nicht mehr nach jeder Mahlzeit ihre Essstäbchen wegwerfen. Zum Schutz der Umwelt sollten sie außerdem häufiger öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrräder nutzen. Das Programm richtete sich jedoch nicht in der Hauptsache an die Bürger Japans, sondern eher an die Unternehmen. Aktuelle Zahlen belegen zwar, dass das ambitionierte Ziel von 60 Prozent weniger Müll noch in weiter Ferne liegt. Immerhin ist aber ein Trend zum Recycling zu erkennen. Von den 46 Prozent Plastik, die noch 2000 recycelt wurden, ging die Zahl im Jahr 2015 auf 83 Prozent hinauf.

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