Wetten auf die Wörter des Jahres

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Das Coronavirus ist bislang das alles bestimmende Thema des Jahres 2020. Seit Wochen sind die Bewohner zahlreicher Länder dazu aufgerufen, so oft und lange wie möglich in ihren vier Wänden zu bleiben. Viele nutzen die freie Zeit für Hobbys, indem sie beispielsweise lesen, stricken oder im Casino online spielen. Wer jedoch gerne auf Sportereignisse wettet, hat derzeit so gut wie keine Möglichkeit dazu. Immerhin haben die Wettanbieter andere Optionen, wie sie ihre Kunden unterhalten können – etwa durch Tipps auf die Wörter des Jahres.

Corona-Krise bestimmt auch die Wörter des Jahres

Dass es sich bei der Corona-Krise um ein historisches Ereignis handelt, steht außer Zweifel. Mit Sicherheit wird sie sich daher auch in den Listen der Wörter des Jahres niederschlagen, die verschiedene Organisationen am Ende jedes Jahres herausgeben. Beim Wettanbieter Sports Betting können die Kunden sogar darauf tippen, welche Wörter vom US-amerikanischen Verlag Merriam-Webster zu den wichtigsten des Jahres ernannt werden. Auf der Seite der Wettfirma ist eine Reihe von Wörtern aufgelistet, die sehr wahrscheinlich für die Wahl infrage kommen. Und selbstverständlich wird die Aufstellung von Begriffen dominiert, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen.

Die wichtigsten englischen Wörter 2020

Laut Wettquoten ist es sehr wahrscheinlich, dass COVID-19 von Merriam-Webster zum Wort des Jahres 2020 gekürt wird. Als COVID-19 wird die Infektion bezeichnet, die das Coronavirus auslöst. Der Name ist eine Abkürzung für „Coronavirus Disease 2019“. Das Coronavirus selbst steht bei Sports Betting an zweiter Stelle. Darauf folgt „Social Distancing“, also die räumliche Trennung von Menschen zur Vermeidung einer Ansteckung. Die Wortschöpfung „Covidiot“ liegt auf dem vierten Platz. Sie setzt sich aus „Coronavirus“ und „Idiot“ zusammen und ist ein Schimpfwort, das vor allem im Internet für Menschen verwendet wird, die sich nicht an die staatlichen Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie halten.

Gute Chancen hat auch „Self-Quarantine“, also die freiwillige Selbst-Quarantäne, in der man sich beispielsweise die Zeit vertreiben kann, indem man Casino-Spiele spielt. „Pandemic“, der englische Begriff für „Pandemie“, ist ebenfalls in der Liste weit oben. Weitere Wörter, die in direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen, sind „Work from Home“ (Heimarbeit), „Isolation“ und „Recession“ (Rezession). Selbst für Einträge auf der Liste wie „Amazon.com“ und „Kleenex“ lässt sich ein Bezug zur Corona-Krise herstellen.

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Die ‚Words of the Year‘ von Merriam-Webster

Der Verlag Merriam-Webster bringt seit vielen Jahrzehnten englischsprachige Wörterbücher auf den Markt. Vergleichbar sind die Publikationen mit dem deutschsprachigen Duden. Seit 1996 betreibt Merriam-Webster außerdem eine Homepage, auf der die Nutzer kostenlos nach englischsprachigen Wörtern sowie deren Schreibweise und Bedeutung suchen können. Im Jahr 2003 veröffentlichte Merriam-Webster erstmals eine Liste mit den Wörtern des Jahres. Sie besteht üblicherweise aus zehn Einträgen, die nach Relevanz geordnet sind. In den ersten Jahren analysierte der Verlag, welche Wörter die Nutzer seiner Homepage am häufigsten gesucht haben. Seit 2006 findet die Ermittlung auf Basis einer Online-Abstimmung sowie von Vorschlägen statt, die die Besucher der Webseite abgeben können.

Im Jahr 2019 landete das Personalpronomen „they“ an der Spitze der Liste der Words of the Year. Verwendet wird es für eine Person, die entweder ihr Geschlecht nicht offenbaren möchte oder nichtbinär ist. Es folgten „quid pro quo“ und „impeach“. In den Jahren davor gewannen „justice“ (2018), „feminism“ (2017) und „surreal“ (2016) die Wahl.

Das Wort des Jahres in Deutschland

In vielen anderen Ländern wird ebenfalls regelmäßig ein Wort des Jahres ermittelt – so auch in Deutschland. Hier ist die Gesellschaft für deutsche Sprache für die Bestimmung zuständig. Im Jahr 2019 ernannte sie „Respektrente“ zum Wort des Jahres. Gemeint ist damit eine Rente, die nicht nur auf Basis einer Formel errechnet wird, sondern auch die Lebensleistungen des Rentners berücksichtigt. Hinter „Respektrente“ landeten „Rollerchaos“ und „Fridays for Future“ auf den weiteren Plätzen zum Wort des Jahres 2019 in Deutschland. Davor wurden Begriffe wie „Heißzeit“ (2018) und „Jamaika-Aus“ (2017) gekürt.

Das Wort des Jahres in Österreich und der Schweiz

Bis 1999 galt das für Deutschland ermittelte Wort des Jahres gleichzeitig für den gesamten deutschsprachigen Raum. Allerdings zeigte sich immer mehr, dass sich das deutsche Wort des Jahres vor allem auf Deutschland bezog. Daher war im Jahr 1999 erstmals die Forschungsstelle für österreichisches Deutsch dafür zuständig, das österreichische Wort des Jahres zu küren. Das Rennen machte „Sondierungsgespräche“, also die Verhandlungen der Parteien unmittelbar nach einer Wahl. Zum Unwort des Jahres 1999 wurde „Schübling“ gemacht – eine Person, die sich in Abschiebehaft befindet. Zu den bisherigen österreichischen Wörtern des Jahres gehören ebenfalls „Teuro“ (2002), „Lebensmensch“ (2008) und „Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung“ (2016).

Im deutschsprachigen Teil der Schweiz war zwischen 2003 und 2016 das eigens gegründete Büro Wort des Jahres für die Wörterwahl zuständig. Sein erster Gewinner war „Konkordanz“, also die gemeinsame Regierung vieler Parteien in einem Kanton. Seit 2017 liegt es in den Händen der Fakultät für Angewandte Linguistik der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, das Schweizer Wort des Jahres zu bestimmen. Die Verantwortlichen nehmen dabei auch Vorschläge aus der Bevölkerung und von Sprachexperten entgegen. Zuletzt waren „#metoo“ (2017), „Doppeladler“ (2018) und „Klimajugend“ (2019) die Wörter des Jahres in der Schweiz.

Warum überhaupt Wörter des Jahres?

Eine Liste der Wörter des Jahres ist wie ein sehr kurz gefasstes Geschichtsbuch. Die Begriffe auf der Liste bringen auf den Punkt, was in dem jeweiligen Jahr gesellschaftlich von Bedeutung war. Während der politischen Wende in Deutschland wurden beispielsweise „Reisefreiheit“ (1989), „die neuen Bundesländer“ (1990) und „Besserwessi“ (1991) zu den Wörtern des Jahres gekürt. Im Jahr 2005 war es „Bundeskanzlerin“, da kurz zuvor Angela Merkel zum ersten weiblichen Staatsoberhaupt Deutschlands gewählt wurde. Im Jahr 2008 wurde „Finanzkrise“ zum deutschen Wort des Jahres, 2015 war „Flüchtlinge“ an der Spitze der Liste. Und wer weiß: Sollten in Deutschland die Diskussionen um den Glücksspielstaatsvertrag in die heiße Phase gehen, ist vielleicht der Begriff „Online-Casino“ auch bald relevant für die Wahl zum Wort des Jahres.

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